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Was bedeutet Funktionale Sicherheit?

Der Begriff Funktionale Sicherheit beschreibt den Teil der Gesamtanlagensicherheit, der von der konkreten Funktion der Schutzsysteme abhängt. Diese Schutzsysteme stellen im Falle einer Störung einen sicheren Anlagenzustand wieder her oder erhalten ihn aufrecht, um Schäden an Mensch, Umwelt und Anlage zu verhindern.

Notwendige Risikominderung – der erforderliche Sicherheits-Integritätslevel (SILr)
Die Gefahrenanalyse (z.B. HAZOP, LOPA) und die nachgelagerte Risikobeurteilung haben als Ergebnis die notwendige Risikominderung, welche als erforderlicher Sicherheits-Integritätslevel (SILr) angegeben wird.

Vertretbares Restrisiko und Sicherheits-Integritätslevel (SIL)
Die notwendige Risikominderung wird durch ein Schutzsystem (SIS = Safety Instrumented System) erreicht, welches sich aus mehreren Sicherheitsfunktionen (SIF = Safety Instrumented Functions) zusammensetzt.

Der einzelnen Sicherheitsfunktion wird eine Ausfallwahrschweinlichkeit zugeordnet – der Sicherheits-Integritätslevel (SIL). Unterschieden werden vier Sicherheitsstufen von SIL 4 (höchster Wert) bis SIL 1 (niedrigster Wert). Umso höher der Sicherheits-Integritätslevel, desto geringer die Ausfallwahrscheinlichkeit.

Die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Sicherheitsfunktion, in der Regel bestehend aus Sensor – Steuerung – Aktor, wird auf Basis der eingesetzten Komponenten (z.B. Temperatursensor) ermittelt. Mit der Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit der eingesetzten Komponenten wird ein quantitativer oder qualitativer Nachweis für das verbleibende Restrisiko bzw. für die Sicherheitsintegrität geführt.

Das verbleibende Restrisiko nach Implementierung des Schutzsystems darf dann höchstens gleich dem in der Risikobeurteilung definierten vertretbaren Risiko sein.

Das normative Umfeld der Funktionalen Sicherheit - DIN EN 61508 und Co
Der Dreh- und Angelpunkt der Funktionalen Sicherheit stellt die Sicherheitsgrundnorm (A-Norm) DIN EN 61508 dar. Diese Norm formuliert die Grundlagen der Funktionalen Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer Systeme. Hierzu gehören z.B. das Management der Funktionalen Sicherheit, die Definition von Sicherheitsanforderungen, Methoden der Gefahrenanalyse und der Risikobeurteilung, die Beurteilung der Funktionalen Sicherheit usw.

Auf die DIN EN 61508 verweisen die Sicherheitsgruppennormen (B-Normen). Im Vergleich zur doch eher allgemein gehaltenen DIN EN 61508 wird in den B-Normen konkreter auf den Anwendungsbereich eingegangen:

•    DIN EN 50156 (Feuerungsanlagen)
•    DIN EN 62061 und DIN EN 13849 (Maschinen)
•    DIN EN 61511 und VDI/VDE 2180 (Verfahrenstechnische Anlagen)

Ganzheitliche Betrachtung über alle Lebensphasen
Die Historie zeigt doch, dass die Ursachen von Katastrophen doch meist im Detail liegen und mit einfachen Maßnahmen zu beherrschen gewesen wären. Um diese Ursachen auffinden zu können, ist es notwendig, dass bereits im Entwurf eines Schutzsystems der Blickwinkel zum einen ganzheitlich und zum anderen über den gesamten Sicherheitslebenszyklus einer Anlage ausgerichtet wird.

Das heißt über die Grenzen von Gewerken sowie Prozessanbindungen hinaus und vom Konzept bis zur Außerbetriebnahme. Dies erfordert eine enge Abstimmung zwischen Anlagenbetreiber, Engineering, Komponentenherstellern und Überwachungsorganisationen.

 

Rundum-Sicher-Paket

Getreu dem Motto „Funktionale Sicherheit rund um den Sicherheitslebenszyklus - alles aus einer Hand“ bieten wir Ihnen folgende Dienstleistungsprodukte an:

Beratung und Moderation
Normatives Umfeld der Anwendung, HAZOP-Analyse, Risikobeurteilung nach Anwenderregelwerk

Dokumentation
Rechtssichere Dokumentation, Explosionsschutzdokument, Management der Funktionalen Sicherheit, Nachweis der Sicherheitsintegrität („SIL-Berechnung“),
Ex(i)-Nachweis

Engineering

Spezifikation, Auslegung und Zuordnung von Sicherheitsfunktionen, Qualifizierung des Schutzsystems

Testing

Erstprüfung und wiederkehrende Prüfung (Ex-Schutz und Funktionale Sicherheit)

Training

Einführung Funktionale Sicherheit, HAZOP-Analyse, Auslegung von Sicherheitsfunktionen, Nachweis der Sicherheitsintegrität („SIL-Berechnung“),
Ex(i)-Nachweis

FuSi-Frühstück

Wir bieten Ihnen Impulsvorträge zu aktuellen Themen aus der "Funktionalen Sicherheit" und dem Explosionsschutz mit anschließender Fragerunde verbunden mit einem leckeren Frühstück. Gerne führen wir das FuSi-Frühstück auch in Ihrem Hause durch.

Diese Themen erwarten Sie:

  • Einführung und Überblick Regelwerk zur Funktionalen Sicherheit.
  • Projektleitfaden FuSi - optimale Vorgehensweise angelehnt an den Sicherheitslebenszyklus.
  • Rechtssichere Dokumentation - Was ändert sich durch die Novellierung der BetrSichV ab dem 01.06.2015?
  • Bestandsschutz - Wie weit ist der Begriff „Bestandsschutz“ dehnbar? Was ist zu beachten?
  • Wiederkehrende Prüfung - Pflichten, Spielräume, Wer ist befähigt zur Prüfung?
  • Weitere Themen auf Wunsch bzw. Abruf.


Sie haben Interesse an einem FuSi-Frühstück? Kontaktieren Sie Herrn Andre Günther und vereinbaren Sie einen Termin.

Sollten Sie weitere Fragen haben, berät Herr Andre Günther Sie gerne.

Dipl.-Ing. (FH) Automatisierungstechnik

Andre Günther

Produktmanager
Funktionale Sicherheit

+49 621 66934190

Andre.Guenther@roesberg.com